Trio d-moll op. 3

Trio d-moll op. 3

ALEXANDER ZEMLINSKY

„Es kostete mich einen schweren Kampf: die Vorstellung, daß Brahms über meine Kompositionsversuche mit mir sprechen soll, steigerte meinen ohnehin schon gewaltigen Respekt bis zur Angst. Mit Brahms zu reden war keine so einfache Sache. Frage und Antwort war kurz, schroff, scheinbar kalt und oft sehr ironisch. Am Klavier nahm er mit mir mein Quintett durch. Anfangs schonungsvoll korrigierend, die eine oder andere Stelle sorgfältiger betrachtend, niemals eigentlich lobend oder nur aufmunternd, schließlich immer heftiger werdend. Und als ich eine Stelle der Durchführung, die mir im Brahmsischen Sinne als ziemlich gelungen erschien, schüchtern zu verteidigen versuchte, schlug er das Mozartsche Streichquintett auf, erklärte mir die Vollendung dieser, noch nicht übertroffenen Formgestaltung und es klang ganz sachlich und selbstverständlich, als er dazu sagte: ,So macht man’s von Bach bis zu mir!‘”

Alexander Zemlinsky: Brahms und die neuere Generation. Persönliche Erinnerungen (1922)

Herausgeber: Nicolai Pfeffer

Verlag: Edition diewa, München

Alexander Zemlinsky ist hauptsächlich für seine Opern und Orchesterlieder mit ihrer üppigen spätromantischen Orchestrierung bekannt. Sein früher jugendlich-genialischer Wurf, das Klarinettentrio op. 3 aus dem Jahr 1896, ist in Tonfall und Besetzung noch stark seinem ersten großen Vorbild Johannes Brahms verpflichtet. Und kein anderer als Brahms selbst empfahl das Trio nach der Wiener Uraufführung begeistert seinem Verleger Simrock zur Publikation. Bei einem Kompositionswettbewerb der Gesellschaft der Musikfreunde „für Werke mit mindestens einem Blasinstrument“ im Jahre 1896 reichte Zemlinsky sein zuvor komponiertes Klarinettentrio unter dem Pseudonym „Beethoven“ ein und gewann mit diesem einen drittenPreis. Unsere praktische Neuausgabe von Zemlinskys Klarinettentrio von korrigiert erstmals die zahlreichen Fehler der bei Simrock erschienenen Erstausgabe und erfreut zudem mit einem ausgezeichneten Druckbild, Taktzahlen, Studierzeichen und idealen Wendestellen.

 

Enthalten ist neben den Stimmen von Klarinette und Violoncello auch eine vermutlich von Zemlinsky selbst angefertigte Bearbeitung der Klarinettenstimme für Violine sowie ein ausführliches, dreisprachiges Vorwort. 

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