DER SPIEGEL: Im Bläserhimmel - Purer Brahms


(...) Ihre Darstellung der beiden Kompositionen op. 120 klingt ganz und gar nicht akademisch trocken, eher spätromantisch beseelt, und sie erzählen musikalisch eloquent. (...) Hier überzeugt die Interpretation auf Anhieb: Pfeffers klarer, selbstbewusster Ton entlockt dem nachdenklichen Duktus des f-moll-Werkes ebenso viel Kraftlinien wie dem optimistischen Schwung des kontrastierenden Duetts in Es-Dur.

Erwartbar deutlich wirkt der Dur/moll-Gegensatz der beiden Spätwerke. Die f-moll-Sonate lotet in vier unterschiedlich komponierten Sätzen eine enorme emotionale Bandbreite aus. Nach einer düster-verhaltenen Einleitung schwingt sich die Klarinette, getragen vom kraftvoll auftrumpfenden Klavier, zu wilder Hoffnung auf. Doch es geht durch das Raue nicht wirklich zum Licht. Purer Brahms eben. Selbst das tänzerische, beschwingtere Allegretto des dritten Satzen verweht die nebligen Spuren nicht ganz, lediglich im flotten Vivace des Finales blitzen ein paar schüchterne Sonnenstrahlen auf. Die setzen sich langsam, aber sicher in dem dreisätzigen Duett Es-Dur durch, das von Felix Wahls vielfarbig durchgestaltetem Pianospiel eben wie von Nicolai Pfeffers schillernder Klarinette geprägt ist. (...)