Frühstück mit Feidman

Vor Kurzem hatte Nicolai Pfeffer die Gelegenheit, im Rahmen des Multiphonics-Festival in Fulda ein ausführliches Interview mit Giora Feidman zu führen. Lesen Sie hier einige Auszüge des Gesprächs.


It’s easy!

Ein Gespräch mit Giora Feidman


NP: Vielen Dank Herr Feidman, dass Sie sich heute die Zeit nehmen um mit mir zu sprechen. Ich freue mich sehr, dass ich Sie treffen darf.

GF: Oh, ich bitte Sie! Wenn Sie sich die Zeit nehmen, dann nehme ich sie mir auch. Ich freue mich auch sehr auf unser Gespräch Herr Kollege!

NP: Wie kommt es in Ihren Konzerten zu dieser Nähe zum Publikum, zu dieser enormen Intensität?

GF: Das liegt nicht an mir, sondern nur an der Musik. Es ist wie mit einer Pfeife, Tabak und dem Rauch: Die Pfeife ist der Musiker, der Tabak die Musik und der Rauch die Emotionen des Publikums. Sie können die Pfeife sein, ich kann die Pfeife sein. Ein Lehrer hat mir einmal gesagt: „Wenn Du glaubst, dass das Publikum dich bewundert, dann liegst Du total falsch, dann bist Du alleine.“ Es geht geht nicht um Sie oder mich, es geht nur um die Musik. Außerdem gibt es in unserer Gesellschaft immer die Bestrebung keine Emotionen zu zeigen. „Zeige niemals Liebe! Weine niemals!“ Wenn man den Leuten im Konzert Emotionen zeigt wie Liebe, dann kommt die Intensität ganz von allein. Es ist dann alles so natürlich: Die Musik bewegt dann meine Finger und nicht umgekehrt meine Finger erzeugen den Ton. Gott schickt die Musik und ich versuche, das zuzulassen. Wenn es gelingt, ist es einfach Klarinette zu spielen. Aber es ist schwierig zu unterrichten.